Schnee ist kein Grund das Mountainbike im Keller stehen zu lassen! Ganz im Gegenteil, Mountainbiken im Schnee macht gerade mit E-Moutainbikes besonders viel Spaß!

Gerade mit den Bikes der letzten Generation macht Mountainbiken im Schnee besonders viel Spaß, denn viele Bikes sind schon mit den Plus-Reifen ausgestattet und diese bieten ordentlich Auflagefläche und Traktion, was im Schnee große Vorteile bietet. Wir haben letzte Woche die Snow Bike School – Appi.at besucht und uns zeigen lassen auf was es im Winter ankommt.

 

Ausrüstung

Grundsätzlich richtet sich die Ausrüstung nach dem Grad der Anstrengung und der Temperatur. Das geht also z.B. beim Helm von einer dünnen Mütze darunter bis zum Skihelm für extrem kalte Tage und wenig Anstrengung. Das größte Problem im Winter ist übrigens nicht, dass man zu kalt angezogen ist, sondern zu sehr schwitzt. Deshalb lieber auf viele Schichten setzen und eher im kühleren Bereich anfangen, bis der Körper unter Leistung auf Temperatur kommt, als alles nass zu schwitzen, denn dann wird es echt kalt und es kann nur noch trockene Wechselwäsche helfen!

Wer Skitouren geht, hat in der Regel genau das richtige Zeug im Schrank! Eine Bikeunterhose macht aus jeder Skitourenhose eine perfekte Winterbikehose!

Auch beim Schuhwerk wird man bei der klassischen Radbekleidung nicht leicht fündig. Da man aber auf Schnee grundsätzlich ohne Clips fährt, setzt man auch da auf klassisches Schuhwerk mit ordentlicher Sohle. Bergschuhe mit einer 2-Zonen Schnürung sind hier meist die beste Wahl, denn sie lassen sich so schnüren, dass sie einem nicht beim Pedalieren blockieren. Mein persönlicher Favorit bei extrem kalten Temperaturen ist der Columbia Bugaboot Plus, denn seine spezielle Sohle wird bei Kälte immer griffiger, die Isolierung ist Alaskatauglich und eine 2-Zonen Schnürunghat er ebenso.  Der Schuh wird im Fußbereich fest geschnürt und ab den ersten Klemmhakenpaar beim Knöchel ganz locker.

Auch bei den Handschuhen kann man sich zumindest für den Downhill ein Paar aus der Skiabteilung einstecken, denn das dünne Paar zum rauf Fahren ist schnell durchgeschwitzt.

 

Das beste MTB für den Winter

Ganz klar, ein E-MTB ;-). Schnee ist einfach weicher als eine Schotterstraße und sorgt oft für mehr Rollwiderstand. Der zweite wichtige Faktor: breite Reifen! Wir kennen ja die Argumente der FAT-Biker. Mit ihren 4.0 oder 4.8 Zoll Reifen behaupten sie gerne die Könige auf Schnee zu sein. Ja das ist auf wenig kompakten Schnee tatsächlich der Fall, aber im Vergleich dazu sind z.B. 3 Zoll Reifen der neuen 27,5 Plus Bikes auch nicht recht viel schlechter, dafür aber eine riesen Portion agiler, wenn man auf der Rodelbahn durch die Kurve driftet ;-). Mein Favorit sind also 3 Zoll mit ordentlich Profil und ganz wenig Luftdruck!

Bei eisigen Bedingungen helfen übrigens nur Spikereifen. Diese gibt es aber derzeit von keinem Hersteller für 27,5 Plus. Ein Schwalbe Mitarbeiter flüsterte mir zwar, dass ihre normalen 2,1 Zoll Spikereifen auch auf der breiten Felge halten, aber offiziell ist da nichts, weshalb nur lästig sein hilft! Schreibt gleich mal eine Mail an 2-3 bekannte Reifenhersteller, sonst bekommen wir noch lange keine Spikes für aktuelle Bikes!

 

Mountainbiken im Schnee – Farhtechnik

Jeder Tag ist anders, deshalb sollte man beim Mountainbiken im Schnee immer die Konditionen vorsichtig austesten. Die Faktoren Tragfähigkeit und Griffigkeit bestimmen die Tourenwahl. Wer ein Skigebiet in der Nähe hat, dass auch Radfahrer im Winter willkommen heißt, kann sich glücklich schätzen. Eine mit dem Pistengerät aufgeraute Rodelbahnen oder ein entsprechend präparierter Winterwanderweg ist perfekt zum Biken. In Österreich funktioniert das zum Beispiel auf der Mutterer Alm bei Innsbruck. Hier findet ihr auch die Bikeschule vom Appi, der uns für unseren Beitrag mit Tipps zur Verfügung stand!

 

Für das Mountainbiken im Schnee gibt es 2 wichtige Grundregeln! Vergesst die Vorderbremse und Kurven werden nicht gefahren, sondern gedriftet. Genau das ist der riesen Spaßfaktor an der Sache! Fuß auf der Innenseite runter, Kurve anbremsen,  Heck nach Außen ausbrechen lassen und gleichzeitig gegenlenken. Probiert dass zuerst auf einem flachen Stück aus und steigert langsam die Geschwindigkeit. Mit dem Oberkörper könnt ihr den Druck vom Hinterrad nehmen, um die Driftphase besser zu kontrollieren. Ihr werdet schnell den Einfluss der Gewichtsverlagerung bemerken! Aber Vorsicht wenn der Untergrund zu weich ist. Dann frisst es euch das Vorderrad – aber dafür landet ihr dann auch „weich“  🙂

 

Wer es genau wissen möchte, der kann ja den Appi fragen. Er bietet auch im Winter entsprechende Fahrtechnikkurse an und Leihräder (mit Motor) könnt ihr z.b. in Mutters beim Hotel Seppl buchen.

Viel Spaß beim Mountainbiken im Schnee!

 

Fotos: Appi.at & Freizeitalpin.com

 

 

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