Gestern Abend ging die Eurobike 2018 in Friedrichshafen zu Ende und damit ist die kommende Saison 2019 auch schon eingeleutet. Das E-Bike spielte erwartungsgemäß eine noch weit dominantere Rolle auf dieser Messe, als in den Vorjahren und die Skeptiker sollten sich schön langsam damit abfinden, dass sich das Fahrrad weiter entwickelt und zwar mit elektrischer und elektronischer Unterstützung. 

Eurobike 2018

Kommen wir gleich zum „Einheitsbrei“. Dieser besteht beim durchschnittlichen E-MTB 2019 in erster Linie aus einem fetten, ja teilweise unverständlich fetten Unterrohr, dass letztendlich bei den allermeisten Herstellern eine gewöhnliche Akkukapazität von 500 Wh beherbergt. Sieht einfach nach Mogelpackung aus ;-). Dabei gibt es schon seit Jahren wirklich gute Konzepte der Teilintegration wie zum Beispiel Merida es vormacht und die selbe Akku-Kapazität im schon dagegen zierlich wirkenden Standardakku zur Verfügung stellt. Ein zweiter dieser Standardakkus lässt sich auch weit bequemer im Rucksack transportieren, als die aller meisten voll integrierten und dadurch viel längeren Akkus. Wäre der vollintegrierte Akku wenigstens stärker, hätte ich an dieser Stelle keinen Grund zur Beanstandung. Und dass man 500 Wh  auch unaufdringlich integrieren kann, zeigt seit Jahren Specialized. Da geht also mehr, liebe Ingenieure!

Aber es gibt auch viele erfreuliche Ausreißer in der Branche und die präsentierten meist gleich ein Feuerwerk an neuen Lösungen. Auch einige neue Motoren waren zu sehen und davon sind ein paar so potent, dass sie die gängigen Antriebskonzepte im E-MTB Bereich gleich mal in den Schatten stellten. Mit 110 Nm präsentierte Sachs einen kräftigen Motor, der in den kommenden Jahren sicher bei vielen Fahrradmarken zu sehen sein wird. Noch stärker und bereits erfolgreich in einigen Modellen eingesetzt, ist der Motor von TQ. Der jüngste Kunde ist dabei der E-MTB Pionier Haibike der zusammen mit TQ eine sehr gelungene Integration in der Modellreihe FLYON für 2019 umsetzt.

Aber auch dezentere Unterstützungen finden ihre Anwendungsbereiche. Zum Beispiel ist FAZURA 2019 bei den E-Rennrädern auf der Poleposition und wird auch schon  fleißig nachgeahmt.

Doch neben Spitzenleistung und spitzen Integration ist auch eine günstige Realisierung für Budget-Räder gefragt und da drängen zahlreiche Asiaten in den Europäischen Markt und sehen dabei auf den ersten Blick gar nicht so billig aus. Die Premiumhersteller werden in den nächsten Jahren also ordentlich unter Preis- und Innovationsdruck gestehen. Uns Konsumenten kann das nur recht sein.

 

 

Und sonst?

Neben Rädern sieht man natürlich auf so einer Messe tausende Produkte für das Fahrrad und den Fahrer. Von der Bio-Trinkflasche aus Zuckerrohr der Firma euBottle, bis zu neuen Jumpsuits gegen Dreck und Nässe von dirtlej. Auch explizite E-MTB Reifen waren zu sehen. Schwalbe zeigte den Eddy Current mit richtig fetten Stollen, angelehnt an Motocross Reifen und bei Maxxis sorgt eine neue Karkasse, die EXO+ für die nötige Stabilität im E-MTB Einsatz. Diese ist 2019 bei Rekon und Minion Modellen zu finden.

 

Eurobike 2019

Auch zur Messe selbst gibt es neues. Denn das heurige Konzept – Messe ausschließlich für Fachbesucher – wird wieder etwas gelockert, sodass es 2019 einen Tag für alle geben wird, nämlich in Form eines Konsumentenfestival am 3. August 2019. Die Messe selbst bleibt aber Fachbesuchern vorbehalten und findet von 31. Juli bis 2. August statt.

Über den Autor

Ähnliche Beiträge